18. März 2019

Mehr Mobilität durch "mobisaar"


Das Projekt mobisaar hilft mobilitätseingeschränkten Menschen, den öffentlichen Personennahverkehr sicher zu nutzen. Dazu sind derzeit 58 hauptamtliche Lotsen im Einsatz, die betroffene Personen auf Wunsch bei ihren Fahrten unterstützen und begleiten. Das Angebot ist für alle Nutzer kostenlos.

 

Eine Erkrankung und schon ist nichts mehr, wie es war: Silke Sauer ist an Fibromyalgie erkrankt. Die tägliche Mobilität stellt für die 45-jährige Neunkircherin seit dem eine Herausforderung dar: „Ich bin dauerhaft auf eine Gehhilfe angewiesen. Trotzdem möchte ich soweit wie möglich einen normalen, selbstbestimmten Alltag leben“, sagt Sauer. Das passende Angebot hierfür habe sie mit „mobisaar“ gefunden.


Mehrmals pro Woche fährt Sauer mit dem Bus in die Neunkircher Innenstadt – um einzukaufen, Arzttermine wahrzunehmen oder Freunde zu treffen. Begleitet wird sie dabei immer von den mobisaar-Lotsen, die ihr beim Fahrkartenkauf, beim Ein- und Aussteigen und auf den Wegen von Tür-zu-Tür behilflich sind. „Nach meiner Erkrankung hatte ich große Angst, dass ich nicht mehr vor die Tür komme. Ich habe nicht das Geld, um mir immer ein Taxi zu bestellen“, erklärt Sauer. Der kostenlose mobisaar-Lotsenservice ist für sie die Lösung: „Ein Anruf genügt, und am nächsten Tag kommen die mobisaar-Lotsen, holen mich an der Haustür ab und bringen mich mit Bus und Bahn ans Ziel. Mit den freundliche Helfern an meiner Seite fühle ich mich dabei immer sicher“, freut sich Sauer.


Insgesamt 58 hauptamtliche Lotsen sind derzeit Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr im Regionalverband Saarbrücken, Saarpfalz-Kreis und Landkreis Neunkirchen im Einsatz, um Menschen wie Silke Sauer die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs zu erleichtern. Allein in Neunkirchen wird das Angebot durchschnittlich sechs Mal pro Tag wahrgenommen. Einige Kunden nutzen den Service mehrmals in der Woche, andere nur sporatig. Die hauptamtlichen Lotsen werden dabei insbesondere in den ländlichen Regionen von ehrenamtlichen Helfern unterstützt. mobisaar-Projektkoordinatorin Katharina Meßner-Schalk von der Saarbahn GmbH erklärt: „Wer nicht alleine mit Bus und Bahn fahren möchte, etwa weil er schlecht sieht oder hört, im Rollstuhl sitzt oder einen Rollator benötigt, kann sich von den haupt- oder ehrenamtlichen mobisaar-Lotsen unterstützen lassen. Die mobisaar-Lotsen helfen beim Ein- und Aussteigen und begleiten Fahrgäste auf Wunsch auch von der Haustür bis zum Zielort und wieder zurück. Ziel ist es, Zugangs- und Nutzungshemmnisse abzubauen und das individuelle Sicherheitsempfinden der Fahrgäste zu verbessern.“ Interessierte können den mobisaar-Service rechtzeitig vor Fahrtbeginn ganz bequem per Telefon unter 06898-500 4000 oder per App anfordern. Der Service ist kostenlos, benötigt wird nur ein gültiger Fahrschein.

Die zehn hauptamtlichen mobisaar-Lotsen im Landkreis Neunkirchen sind beim Diakonischen Werk an der Saar beschäftigt. Stefanie Wenzler vom Diakonischen Werk erklärt: „Es handelt sich bei den Mobilitätshelfern um Langzeitarbeitslose, die nach einer intensiven Schulung für den mobisaar-Lotsenservice eingesetzt werden.“

 

Zum Projekt “mobisaar“:
Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts „mobisaar“ ist es, mobilitätseingeschränkten Menschen im Saarland die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs zu erleichtern. Um dieses Ziel zu erreichen, bringen neun Kooperationspartner aus unterschiedlichen Bereichen – unterstützt von vielen weiteren Akteuren im Saarland – ihre Kompetenzen bei mobisaar ein: Das Verkehrsunternehmen Saarbahn als Verbundkoordinator, das Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft e.V., das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, die B2M Software GmbH, der Saarländische Nahverkehrs-Service GmbH, die Neue Arbeit Saar GmbH, der Sozialverband VdK Saarland e.V., die Landesarbeitsgemeinschaft PRO EHRENAMT E. V. und das DIAKONISCHE WERK AN DER SAAR GMBH/Bahnhofsmission. Weitere Informationen gibt es unter www.mobisaar.de.

mobisaar im Fillm





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